23 Posten lang ist der Adventsweg in Schönholz. Damit alles rechtzeitig bereit ist, fangen die beiden Verantwortlichen – Rösi Wittwer und ihre Nachbarin Esther Rüfenacht – schon lange im Voraus mit den Vorbereitungen an. Foto: Familie Wittwer

Von Büchsenkunst bis Esel-Trekking: Adventswege zum Staunen

Hier geht es nicht ums Wandern, sondern ums gemütliche Schlendern, Staunen und Geniessen: Advents- und Weihnachtswege schaffen ab Ende November stimmungsvolle Welten – und lassen nicht nur Kinderaugen leuchten.

Im Diemtigtal beginnt die Adventszeit schon im Sommer. Vier Mitglieder des Vereins Büchsenweg sitzen dann über grossen Konservendosen, die sie von Restaurants im Tal erhalten haben. Zuerst entfernen sie Etiketten und Kleber – der aufwändigste Teil des Upcyclings –, dann zeichnen sie Motive vor und stanzen sie sorgfältig von Hand in das Metall. «Bis zu 4000 Löcher sind nötig, um ein einziges Sujet entstehen zu lassen – rund vier Stunden kann allein diese Arbeit dauern», sagt Vereinspräsidentin Vreni Tanner. Anschliessend werden die Büchsen gewaschen, gefärbt und verzinkt, damit sie nicht rosten.

So sind inzwischen viele leuchtende Kunstwerke entstanden, von denen jedes Jahr gut 300 den «Büchsewäg» auf der Grimmialp säumen. Dank Spenden ist der Weg auf 800 Meter angewachsen. «Früher nutzten wir batteriebetriebene Lichter, doch das erzeugte viel Abfall. Heute setzen wir auf elektrische Lichterketten, für die wir Kabel verlegen und Strom anschliessen müssen», sagt Vreni Tanner. Wer den Weg an einem Freitagabend besucht, kann sich im kleinen Beizli beim Hotel Kurhaus Grimmialp stärken, das die Vereinsmitglieder von 17 bis 22 Uhr betreiben.

Geschichten aus dem Speicher

Auch in Vorder-Schönholz laufen die Vorbereitungen für den Adventsweg über viele Wochen. Rösi Wittwer und ihre Nachbarin Esther Rüfenacht gestalten dabei Fundstücke aus dem Speicher neu – mal alte Schlitten, mal Holzwerkzeug. Dieses Jahr steht Pferde- und Kuhgeschirr im Zentrum, das «wieder Wertschätzung erfahren soll», wie Rösi Wittwer sagt. Jedes Jahr entstehen so 23 Posten, von denen drei Szenen aus der Weihnachtsgeschichte zeigen. Die ganze Familie packt mit an: Rösi Wittwers Mann etwa beschafft grosse Mengen Tannenreisig, mit dem die Gegenstände geschmückt werden. Dieser Teil erfolgt jeweils in letzter Minute – das frische Grün wird mit nassem Moos ausgekleidet und bleibt so bis im Januar frisch.

Der vollständige Beitrag erschien in der Mitgliederzeitung «Wandern» der Berner Wanderwege.