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Billionen Mikroben im Darm – warum Vielfalt uns guttut

Unser Darm ist mehr als ein Verdauungsorgan: Er ist Heimat für Billionen von Mikroben, die unser Immunsystem trainieren, unsere Knochen stärken und sogar unsere Stimmung mitsteuern. Ein gesundes Mikrobiom gilt als unsichtbarer Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden.

Wir alle tragen ein unsichtbares Ökosystem in und auf uns: das Mikrobiom. Es bezeichnet alle Mikroben – Bakterien, Viren und Pilze –, die wir beherbergen. «Insgesamt umfasst unser Mikrobiom rund 100 Billionen Mikroben – mehr, als unser Sonnensystem Sterne hat», sagt Philipp Busche, Chefarzt Innere Medizin in der Klinik Arlesheim.

Etwa 95 Prozent der Mikroben befindet sich im Darm. Allein die dort lebenden Bakterien können bei einer erwachsenen Person bis zu zwei Kilogramm wiegen. Ein erheblicher Anteil unseres Stuhls besteht denn auch aus Bakterien, hinzu kommen abgestossene Schleimhautzellen und Nahrungsreste. Das Mikrobiom ist zwar kein «Organ» im eigentlichen Sinn, da ihm eine feste räumliche Struktur fehlt. Es besitzt aber eine innere Balance und steht in enger Wechselwirkung mit dem Gehirn und dem übrigen Organismus.

Mikrobielle Helfer für Immunsystem und Gesundheit

Die Aufgaben des Mikrobioms im Körper sind vielfältig. Zu Beginn des Lebens spielt es eine entscheidende Rolle für die Reifung des Immunsystems. «Beim Durchgang durch den Geburtskanal nehmen Säuglinge einen Teil des Mikrobioms der Vagina und des Darms der Mutter auf. Dies fördert den Aufbau ihres eigenen Mikrobioms», sagt Philipp Busche. Kaiserschnittgeborenen – denen diese «Starthilfe» fehlt – könne deshalb ein vaginaler Abstrich der Mutter verabreicht werden. Auch das Stillen trägt dazu bei, dass ein Kind fortlaufend Mikroorganismen der Mutter aufnimmt. Anschliessend unterstützt das Mikrobiom die Entwicklung der Immunkompetenz und bleibt ein lebenslanger Trainingspartner für unser Abwehrsystem. Darüber hinaus beeinflusst es zahlreiche weitere Körperfunktionen. Es unterstützt etwa die Reifung des Nervensystems, schützt die Schleimhäute und ist an der Regulation der Knochendichte beteiligt.

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